Samstag, 5. Mai 2018

Gab es auf unserem Planeten prähistorische Hightech-Zivilisationen?

heise online meldete vorgestern, daß Forscher auf der Erde nach prähistorischen Hightech-Zivilisationen suchen. Ausgangspunkt der Meldung ist nicht, daß man Anzeichen für solche prähistorischen Hightech-Zivilisationen gefunden hätte und da nun nachgraben will. Ausgangspunkt ist mehr die Überlegung, ob und wie man nachweisen könnte, daß es so eine Hightech-Zivilisation gegeben hat. Also der Satz im Untertitel der Meldung „Wissenschaftler grenzen die möglichen Spuren ein“ trifft die Sache besser.

Heise verlinkt in seiner Meldung den ebenfalls am 03.05.2018 eingestellten Technology-Review-Artikel „Waren wir die erste industrielle Zivilisation des Planeten?“, in dem ausführlicher auf die „Silurianer-Hypothese“ eingegangen wird. Sucht man etwas im Netz nach dieser Hypothese, dann ist im April schon recht viel dazu erschienen. Siehe etwa den SWR-Beitrag „Gab es Zivilisationen vor der Menschheit?“ vom 20.4.2018. Zurück geht der kleine Silurianer-Hype auf den Artikel „The Silurian hypothesis: would it be possible to detect an industrial civilization in the geological record?“ von Gavin A. Schmidt und Adam Frank vom 16.4.2018.

Ich habe im April etwas von der „Silurian hypothesis“ via Twitter mitbekommen und fand nur das Gedankenspiel merkenswert. Dann habe ich die Heise-Meldung mit dem Link auf den Technology-Review-Artikel gesehen und gedacht, ach das gibts jetzt auch auf Deutsch, den Hinweis twitterst du jetzt auch. Aber wie oben den Link auf heise online und nicht auf den ausführlicheren Artikel bei Technology Review, weil es bei heise online schon ein paar Kommentare gab. Mein Tweet bekam dann auf Twitter einen Retweet, also es blieb ein sehr flacher Ball. Jetzt schaue ich wieder bei heise online rein und sehe, die Meldung hat schon fast 650 Kommentare! Also jetzt muß die Silurianer-Hypothese in den Blog! Mein bevorzugter Blog-Zeitraum startet ja in der grauen Vorzeit und ein paar meiner Leserinnen und Leser sind sicher an dieser Diskussion interessiert und könnten die sonst verpassen.

Montag, 23. April 2018

Das Hexenhäusl im Forstenrieder Park

Das Hexenhäusl im Forstenrieder Park ist eine etwa 100 Jahre alte ehemalige Forstarbeiterhütte. Das Häusl ist damit zwar historisch, aber viel zu jung für meinen Blog. Es sollen hier Geister umgehen, die können vielleicht eine Brücke bauen. Man denke an die uralten Hügelgräber im Forstenrieder Park. In den dazugehörigen Siedlungen haben Menschen gelebt und sind gestorben. Beseelte Landschaften, die sich vielleicht bisweilen irgendwie im und am Hexenhäusl manifestieren.

Hexenhäusl im Forstenrieder Park

Zugegebenermaßen bin ich aber aus weltlichen Gründen zum Hexenhäusl geradelt. Über dessen Lage kann man sich via den Geokoordinaten orientieren. Wir/ich sind immer entweder via Neuried/Forst Kasten oder via Maxhof/ehemalige Römerstraße drumherum geradelt und ich wollte es mir nach letztjährigen Vandalismusmeldungen einmal ansehen.

Hexenhäusl im Forstenrieder Park

Zum anderen brauchte ich wegen schon in „Achterlacke und Königseichen im Forstenrieder Park“ geschilderten Anfahrtsschwierigkeiten einen Testlauf Anfang der vorletzten Woche und da hat die Entfernung gerade gepasst. Und nachdem ich die Blaustich-Ergebnisse gesehen habe - irgendjemand muß dort das Programmauswahlrad verstellt haben - war noch einmal in der letzten Woche ein Trainingslauf auf dieser Strecke drin.

Hexenhäusl im Forstenrieder Park

Diese Fotos stammen also aus der letzten Woche, die Beschädigungen des Daches und des Kamins fanden nach den Meldungen aber vermutlich schon in der letzten Märzwoche 2017 statt. Das lange Provisorium erklärt sich wohl dadurch, daß das Innere der Hütte vor den Beschädigungen längere Zeit ungenutzt blieb und seitens des Besitzers, den Bayerischen Staatsforsten, ein Nutzungskonzept fehlte. Anderseits soll der Verein der Freunde des Forstenrieder Parks zwar Nutzungsideen entwickelt haben, aber da alle Mitglieder ehrenamtlich arbeiten, habe sich das hingezogen.

Hexenhäusl im Forstenrieder Park

Mittlerweile gibt es eine ganz frische Meldung von der Jahreshauptversammlung der Freunde des Forstenrieder Parks in der vorletzten Woche, nach der der Forstbetrieb und der Verein die Hütte gemeinsam wieder herrichten wollen. Sie soll künftig der Umweltbildung von Kindern und Jugendlichen dienen.

Hexenhäusl im Forstenrieder Park

Meine Informationen sind jetzt sozusagen aus der dritten Hand - ich habe sie aus via Internetsuche nach „Hexenhäusl“ und „Freunde des Forstenrieder Parks“ ermittelten Meldungen zweiter Hände zusammengesetzt. Auf der Domain freunde-forstenrieder-park.de ist aber gerade was im Bau, vielleicht wird diese Website den Forstenrieder Park informationsmäßig ein ganzes Stück weit nach vorne katapultieren.

Sonntag, 15. April 2018

Ur-Keltin mit Grünwalder Fibel

Die gestern von uns besuchte „Ur-Keltin mit Grünwalder Fibel“ steht ein paar Schritte vom Grünwalder Marktplatz entfernt auf einer kleinen Grünfläche zwischen der Straße „Auf der Eierwiese“ und der Tölzer Straße.

Ur-Keltin mit Grünwalder Fibel

Auf einer kleinen Tafel informiert Hans Waldhauser darüber, daß die Plastik eine Frau „ungefähr 1000 v.Chr.“ darstellen soll und die Plastik von der Vereinigung der Freunde Grünwalds gestiftet und dem in Grünwald lebenden Bildhauer und Maler Matthew David im Jahre 1989 geschaffen wurde.

Grünwalder Fibel

Die Plastik soll an die ersten Siedler in Grünwald erinnern. Die Bronzefibel sei als „Grünwalder Fibel“ ein archäologischer Begriff in ganz Europa geworden. Schließlich verweist Hans Waldhauser auf die Grünwalder Chronik, in der die historische Vergangenheit Grünwalds beschrieben wurde.

Ur-Keltin mit Grünwalder Fibel

Beim Nachsuchen finde ich einen Nachruf von 2009 für Hans Waldhauser. Er war Ehrenbürger und langjähriger Gemeinderat von Grünwald und Vorsitzender der Vereinigung der Freunde Grünwalds. Es gäbe auch keine Ortschronik von Grünwald, hätte „Waldhauser nicht seine ganze Kraft und Leidenschaft in seiner Freizeit dafür aufgebracht.“

Ur-Keltin mit Grünwalder Fibel

Die Grünwalder Fibel soll laut Wikipedia mit weiteren Funden aus der „Urnenfelderzeit (etwa 1000 v.Chr.)“ in der Halle des Grünwalder Rathauses zu sehen sein. Via Internet finde in „Fibel und Fibeltracht“ von Rosemarie Müller eine gute Beschreibung: eine einteilige Drahtbügel-Fibel, bei der Achterschleifen leicht schräg zur Bügelrichtung nebeneinanderliegen. Beide Bügelenden laufen in Spiralscheiben aus. Man möge bei Interesse die Bildersuche anwerfen.

Ur-Keltin mit Grünwalder Fibel

Grünwald kann nicht nur die oben genannte Ehrenbürgerschaft vergeben, um herausragende Verdienste zu würdigen, sondern auch eine orginalgetreu nachgebildete „Grünwalder Fibel in Gold“. Die Vergabe ist ebenfalls recht restriktiv - nur maximal zehn lebende Bürger der Gemeinde dürfen Inhaber der „Grünwalder Fibel in Gold“ sein.