Samstag, 9. September 2017

Westlicher Römerstraßenaufstieg beim Georgenstein

Dieser Blog-Eintrag gehört zu einer mit „Der Georgensteinblick“ begonnenen kleinen Serie. Die wurde fortgesetzt mit „Georgensteinblick II“. Und in „Allenthalben versunkene Städte“ gibt es auch ein paar Bemerkungen zu diesem engen geografischen Bereich.

Informationstafel: Verlauf der Römerstraße durch die Isarschlucht

Die jetzt verwendeten Fotos sind vom Mai. Ich wollte eigentlich erst noch zusätzliche Fotos vom Bereich unterhalb der ehemaligen Römerstraße machen, daraus wurde aber bislang nichts. Also vermittle ich so mal einen Eindruck, damit es mit der Sache weitergeht. Der 4. Brillenschaftag im Burghof Grünwald steht ja auch am 7. Oktober an und vielleicht will jemand die Gelegenheit nutzen und sich die Römerstraße genauer ansehen.

Westlicher Römerstraßenaufstieg beim Georgenstein
Westlicher Römerstraßenaufstieg beim Georgenstein
Westlicher Römerstraßenaufstieg beim Georgenstein

„Römerstraßenaufstieg“ versus „unterhalb der ehemaligen Römerstraße“, da fehlt also noch was. Der obere Teil des Aufstiegs gilt sowohl nach der abfotografierten Informationstafel als auch dem Bayerischen Denkmal-Atlas als Teil der ehemaligen Römerstraße. Im unteren Teil entspricht die durchgezogene Linie über die Isar auf der Informationstafel aber nicht dem Bayerischen Denkmal-Atlas, der läßt hier eine Lücke. Zudem verwirrte der Bayerische Denkmal-Atlas durch eine „Brücke der römischen Kaiserzeit“ ein Stück flußabwärts (Denkmal D-1-7935-0005). Die Brücke war beim Start meiner kleinen Serie noch vorhanden, mittlerweile sehe ich sie nicht mehr im Bayerischen Denkmal-Atlas eingezeichnet. Aber bei Vici.org kann man sich die Lage der Brücke derzeit noch ansehen. Wenn die Brückenerkenntnis nicht mittlerweile revidiert wurde, wäre es also denkbar, daß die Römerstraße von der östlichen Seite nicht so wie auf der Informationstafel gezeigt direkt herüber über die Isar geführt hat. Die Straße könnte stattdessen zunächst unterhalb der dort befindlichen Römerschanze der Isar bis zu dieser Brücke gefolgt sein.

Westlicher Römerstraßenaufstieg beim Georgenstein
Westlicher Römerstraßenaufstieg beim Georgenstein
Westlicher Römerstraßenaufstieg beim Georgenstein

Geht man diesen oberen Teil der ehemaligen Römerstraße auf der westlichen Isarseite hinunter, dann kommt man schnell auf einen wirklich alt aussehenden Hohlweg. Aber dieser Hohlweg endet ein Stück oberhalb der Isar. Man trifft auf den Isar-nähesten öffentlichen Weg der westlich der Isar parallel zur Isar verläuft. Im Grunde sieht ab hier alles nicht mehr alt sondern überarbeitet aus. Weiter unten befindet sich der Isar-Kanal, für den sicher umfangreiche Erdarbeiten vorgenommen wurden. Den Abzweig vom Isar-Parallelwegs zur Römerstraße zeigen Bild 9 und Bild 10. Der Parallelweg führt dann zwar schnell weiter hinunter bis fast auf Isar-Höhe. Diese Strecke passt auch zur roten Linie auf der Tafel. Aber der Weg ist kein Hohlweg mehr. Also von diesem Augenschein her könnte ab dem überarbeiteten Bereich auch alles anders gewesen und die Römerstraße ein Biegung hin zu der mysteriösen Brücke gemacht haben. Allerdings ergäbe das schon eine recht große Schleife, die aber möglicherweise durch Gründe wie die Talverbreiterung und eine dadurch weniger reißende Isar in Kauf genommen wurde.

Westlicher Römerstraßenaufstieg beim Georgenstein
Westlicher Römerstraßenaufstieg beim Georgenstein
Westlicher Römerstraßenaufstieg beim Georgenstein

Daß der Bayerische Denkmal-Atlas im Kanalbereich keine genaueren Angaben macht, muß nicht bedeuten, daß hier keine archäologischen Erkenntnisse über den Verlauf der Römerstraße gewonnen wurden. Nach meiner Vorstellung ist der Bayerische Denkmal-Atlas nämlich kein Informationssystem in der Art, daß er uns mitteilen will, daß an einem bestimmten Ort irgendwann einmal ein bronzezeitlicher Grabhügel stand. Der Bayerische Denkmalatlas zeigt aktuell vermutete Grabhügel an, so flach die auch mittlerweile sein mögen. Wenn die Fläche aber archäologisch ausgeräumt und überbaut ist, dann verschwindet auch der Grabhügel im Bayerischen Denkmal-Atlas. Nach dieser Logik mag die fehlende Information im Kanalbereich einfach bedeuten, daß niemand mehr glaubt, daß hier noch archäologisch etwas zu holen ist.

Isar-Stauwehr bei Buchenhain/Baierbrunn

Der Einstieg von oben in den Hohlweg wird durch die Informationstafel in Bild 1 markiert. Man kann die Stelle via diesem Link auf einer Karte seiner Wahl ansehen. Im Bereich oberhalb des Isarkanals stößt der Weg wie gesagt auf den westlichen Parallelweg zur Isar. Dort sind zeitweise zahlreich Spaziergänger, Jogger, Wanderer und Radler unterwegs, deren ganz andere Ziele sich gut mit einem kurzen Blick in diesen uralten Hohlweg verbinden ließen.

Freitag, 1. September 2017

Göttinnen-Reihe in SWR2 Wissen

Die Erdställe und Schrazellöcher im letzten Blog-Eintrag scheinen ein ganz motiviertes Publikum zu haben, wenn man nach den angebotenen Interessententreffen geht. Anderseits ist das Thema etwas speziell. Göttinnen dürften vielleicht eher zu einem allgemein angestrebten Bildungskanon passen.

Da ist jüngst eine Göttinnen-Reihe in SWR2 Wissen zuende gegangen. Wer die sechs Stunden intus hat, kann gleich einen Wissenstest erfolgreich bestehen.

Wie lange die Audio-Dateien noch zugreifbar sind, brauchen wir offenbar nicht zu wissen. Den Göttinnen lag möglicherweise mehr an ihren Gläubigen als den Depubliziergöttern an den Gebührenzahlern. Unter dem Arte-Link in meinem letztjährigen Eintrag „Die großen griechischen Mythen bei Arte“ finde ich aktuell nur Ausschnitte. Aber man kann deren Titel zum Suchen verwenden und findet die Videos anderweitig im Netz.

Die Reihe „Mythen - Michael Köhlmeier erzählt Sagen des klassischen Altertums“ wird/wurde häufig im Fernsehen in BR- bzw. jetzt ARD-alpha wiederholt. Zumindest in Bayern sollte Michael Köhlmeier ziemlich bekannt sein. Seine Sendungen sind wie die oben verlinkten von SWR2 Wissen aktuell noch downloadbar. Also man kann sich die Sendungen aufs Tablet laden und ohne WLAN-Verbindung im Bett angucken und hoffen, daß man so nicht via bewußt offen gelassenen Sicherheitslücken zur Sicherheit beobachtet werden kann.

Um jetzt mit Göttinnen und Göttern im Hintergrund noch mal auf die eingangs erwähnten Erdställe und Schrazellöcher zurückzukommen: die bezogen sich ja auf eine „Höhlen und Erdställe“-Ausstellung im Schloss Tollet. Bei Höhlen und Erdställen gäbe es natürlich auch mögliche spirituelle Aspekte. Ein Gedanke wurde in dem verlinkten Gespräch hinsichtlich den über einen großen geografischen Bereich ähnlichen Erdställen geäußert: da müßte es eine Ideenwelt dazu gegeben haben, warum man das so macht, und vermutlich auch reisende Experten, die so etwas graben konnten. Allgemein zu „Höhlen und Erdställen“ habe ich jetzt aber im Gespräch nicht so mitbekommen, wieweit in der Ausstellung die spirituelle Dimension ausgelotet wird.

Wie ich mal am Beispiel Erdställe angemerkt habe, wäre die praktische Erdstall- und Höhlenforschung für mich nichts. So einen Draht zu Höhlengeistern wie Hexpatchmine bekomme ich also sicher nicht. Insofern würde ich zwar in die Ausstellung reingehen und hier berichten, wenn ich gerade passend vor Schloss Tollet stände. Aber wenn wir jemand explizit zum Nachsehen, was da in der Ausstellung hinsichtlich den Göttinnen zu holen ist, hinbeamen könnten, dann wäre ich eher an Hexpatchmines Meinung als an meiner interessiert.

Samstag, 26. August 2017

„Höhlen und Erdställe“-Ausstellung in Schloss Tollet

Gestern Abend bin ich eine Stunde bei einer Sendung des Freien Radios Freistadt über die Ausstellung „Höhlen und Erdställe-die Erforschung des Unterirdischen“ hängen geblieben. Nach dem Text zur Sendung wird die Ausstellung vom Kulturverein „Kulturama“ veranstaltet. „Der Obmann von Kulturama, Konsulent Ernst Martinek, ist zu Gast bei Otto Ruhsam und erzählt über die Ausstellung aber auch über seinen Bezug zu Freistadt. Die Musik zur Sendung stammt von der Gruppe Bilderbuch.“

Die Ausstellung soll noch bis zum 29. Oktober 2017 zu sehen sein. „Schloss Tollet“ hat mir bis gestern nichts gesagt. Hier die Kulturama-Website mit Angaben zur Anfahrt. Die Ausstellung wäre für München nicht aus der Welt. Ganz interessant mag aber auch die Telefonnummer auf dem Ausstellungsplakat und die Aussage im aufgezeichneten Gespräch sein, daß man hinsichtlich Gruppen von Besuchwilligen sehr flexibel wäre. Die sollen halt anrufen. Also vielleicht tourt jemand mit einer Busladung voll Leuten passend durch die Gegend und braucht noch einen Programmpunkt.

Ich hatte schon früh mal was über Erställe in meinem Blog („Erdstall-Ausstellung in Glentleiten“). Aus dem damaligen Text geht hervor, daß Münchner relativ gut an einen Erdstall hin kämen (via S-Bahn und dann ein paar Minuten hinspazieren). Ob sie da hinein kämen, ist eine andere Frage. Die Links meines jüngsten Eintrags zum Thema Erdställe und Schratzellöcher sollten für diesen Zweck ergiebiger sein. Ich sehe gerade auf www.erdstallforschung.de/Aktuelles.html, daß aufgrund der großen Nachfrage Treffen in verschiedenen Regionen Bayerns angeboten werden. Treffen Ost - Oberbayern, Treffen West - Oberbayern, Treffen Niederbayern - also man möge selbst weitersuchen. Meine alten Links funktionieren da anscheinend noch.