Samstag, 31. Dezember 2016

Winter-MOOCs

In diesen Wochen starten wieder einige MOOCs (Massive Open Online Courses). Ein paar Coursera-Beispiele: „Roman Art and Archaeology“ und „Introduction to Ancient Egypt and Its Civilization“ haben am letzten Montag begonnen. „Osteoarchaeology: The Truth in Our Bones“ beginnt am 13. Januar und „Magic in the Middle Ages“ am 16. Januar. Diese MOOC-Titel kennen manche vielleicht schon aus meinem Hinweis auf die Herbst-MOOCs.

Es gilt wieder die Aussage: Ein paar MOOCs sind neu, aber in der Mehrzahl werden alte Kurse wiederholt. Neu und ganz interessant sehen für mich etwa „Archaeoastronomy“ bei Coursera (ab 16. Januar) und „Health and Wellbeing in the Ancient World. Discover what healthcare was like in ancient Greece and the Roman world with this free online course.“ bei Futurelearn aus (ab 6. Februar).

Mal noch einen Blick hinüber zu Vici.org und Co. und ToposText. So ein Geo-Informationssystem kann man natürlich auch mit MOOC-Inhalten verbandeln. Ich hatte das bei dem von mir mehrfach erwähnten MOOC „Roman Architecture“ angekratzt, damals am Beispiel der manuellen Verbandelung des eBooks zum MOOC mit den MOOC-Videos. So eine Verbandelung kann man aber auch technisch unterstützen. Mit den in „Vici.org und Co.“ erwähnten Semantic-Web-Technologien kann man etwa auch allgemein lesbare Annotationen zu Multimedia-Daten wie etwa den MOOC-Videos hinterlegen und damit zu dem im eBook-Beispiel erwähnten Tempel mit sichtbaren Römer-Beton notieren, wann er im Video behandelt wird.

Ich sehe jetzt, daß das eBook noch mit illustrated in over 250 photographs and site plans beworben wird, also die Videos stehen wohl unverlinkt neben dem eBook, da bleibt man technisch unterhalb der Möglichkeiten. In manchen MOOCs uploadbare Fotos hatte ich damals erwähnt. Man könnte die umfangreiche Zahl von Teilnehmern und Teilnehmerinnen dazu nutzen, um hinsichtlich Fotos und weiteren Daten umfangreiche Aktualisierungen zu erhalten. Etwa bestimmten Objekten wie dem Tempel zuordenbare Foreneinträge in der Art „bis .. nicht zugänglich“ oder „es gibt eine Ausstellung in .. zu dem Thema“. Das ist aber teilweise problematisch (Verwendung der Fotos) und die Aufnahme in einen gemeinsamen Wissenspool und dessen Bereitstellung kostet auf jeden Fall einigen Aufwand. Da muß man sich nicht dafür entscheiden. Anderseits, wenn man große Summen für touristische Projekte raushaut, dann sollte idealerweise ein Hintergrund erkennbar sein. Bei so einem Kurs wie „Roman Architecture“ hätte man den Hintergrund - man verfolge mal obigen Link allein zu den Downloadzahlen bei Youtube. Neben den hohen erreichten Nutzerzahlen haben die Leute, die den MOOC realisiert haben - also etwas Erfolgreiches gemacht haben - darin auch Erfahrungskompetenz gewonnen.

Ich wollte den Verbandelungsgedanken nur mal wieder ausdrücklich erwähnen, weil ich vermute, daß die wenigsten bayerischen Touristiker das Geo-Informationssystem Bayerischer Denkmal-Atlas überhaupt kennen bzw. dessen langjährigen Vorgänger BayernViewer-denkmal überhaupt gekannt haben.

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Erdställe und Schratzellöcher

Erdställe bzw. Schratzellöcher gelten als „eines der letzten großen Geheimnisse des Mittelalters“. Wobei ihre Entstehungszeit nicht wirklich gesichert ist. Man kennt auch nicht den Zweck der Erdställe und Schratzellöcher, aus dem man wieder Rückschlüsse auf ihr zeitliches Umfeld ziehen könnte. An eine Verwendung als Ställe glaubt offenbar niemand mehr. Manch steile Thesen stehen stattdessen im Raum. Bis zur Klärung favorisiere ich die Schratzeln. Die Schratzellöcher wurden, wie der Name schon sagt, von den Schratzeln gebaut. Irgendwann wurden die Schratzeln der Menschen überdrüssig und sind verschwunden. Vielleicht in den Untersberg.

Durch einen Hinweis von Hiltibold aus Graz und folgendem Nachsuchen bin ich darauf gekommen, daß in letzter Zeit ziemlich viel über die Schratzellöcher erschienen ist. Hiltibold verweist auf einen längeren, mit 16.12.2016 datierten BR-Radiobeitrag in der ARD-Mediathek unter dem Titel „Birgit Symander und Dr. Jochen Haberstroh über Erdställe“. Empfehlenswerte 63 Minuten für alle, die sich für Schratzellöcher interessieren. Leider nichts zum Ansehen. Das bietet ein kurzes Video in der 3sat Mediathek, das anläßlich der Entdeckung des Ayinger Schratzellochs im Oktober 2016 gesendet wurde.

In dem 3sat-Video ist Dieter Ahlborn im Ayinger Schratzelloch zu sehen. Dieter Ahlborn betreibt die Website Erdstallforschung.de und hat in seiner Aktuelles-Rubrik Links auf weitere aktuelle Medienbeiträge gesammelt. In dieser Aktuelles-Rubrik setzt sich Dieter Ahlborn unter dem Titel „Stammen die Erdställe aus prähistorischer Zeit ?“ sehr kritisch mit einem Bericht von Dr. Heinrich Kusch mit dem Titel „Zur archäologischen Untersuchung des Kandelhofer – /Kandlhofer Erdstalles bei Puchegg, Steiermark, Österreich“ auseinander. Heinrich Kusch wiederum wurde von Hiltibold interviewt. Hiltibold hat seinem Hinweis auf den BR-Radiobeitrag auch einen Link auf dieses Interview hinzugefügt.

Im BR-Radiobeitrag wird etwa ab Minute 18 ein interessantes Projekt in Neukirchen-Balbini (Erdstall-Forschungszentrum, Archäologisches Museum zum Thema „Erdstall“) und ganz am Schluss die Website des Arbeitskreises für Erdstallforschung e.V. erwähnt. Auf dieser Website findet man Näheres zu dem Projekt in Neukirchen-Balbini. Das im BR-Radiobeitrag genannte Haus in Neukirchen-Balbini mit Schratzelloch kann man auf der Website von Franz Lindenmayr besichtigen.

Freitag, 16. Dezember 2016

ToposText

ToposText habe ich gestern durch einen Tweet von Dr. Kalliopi Nikita kennen gelernt. Das Projekt ToposText passt zu den im letzten Eintrag erwähnten Geo-Informationssystemen. Also der Einstieg ist über eine Karte möglich, um Informationen über Interessantes in einer räumlichen Umgebung zu bekommen. Bei ToposText geht es um Erwähnungen von antiken griechischen Orten in antiken Texten.

Auf der Website von ToposText wird man gleich auf die zur Verfügung stehenden Apps für iOS- und Android-Smartphones und -Tablets hingewiesen. Aber darunter befindet sich eine Karte, mit der man sich das Angebot von ToposText schon mal ohne Download ansehen kann. Ausführliche Informationen über das Projekt gibt auf der Website auch.

ToposText geht auf Brady Kiesling zurück, früherer US-Diplomat und nun „independent scholar at the American School of Classical Studies at Athens“. Der von Dr. Kalliopi Nikita verlinkte Text auf der Website der American School of Classical Studies at Athens beschreibt seine früheren Probleme, Texte Orten zuzuordnen: „I’ve stood on too many hilltops with my copy of Pausanias and you can’t find the right page, ...“. Die Probleme setzten sich mit Texten auf dem eBook-Reader fort, bis es dann zum „aha moment“ kam, als Brady Kiesling über das Pleiades-Projekt gestolpert ist.

Sonntag, 11. Dezember 2016

Villa rustica Denning und Villa rustica Aschheim

Beim abendlichen Surfen bin ich vor ein paar Tagen bei Vici.org auf der Seite für die Grünwalder Römerschanze gelandet und von dort weiter auf die Seiten für die Villa rustica Denning und die Villa rustica Aschheim geraten.

Vici.org kannte ich schon. Via weiterem Nachsuchen habe ich gesehen, daß man beim „Verein für Stadtteilkultur im Münchner Nordosten“ ausführlichere Informationen zu den beiden Villae rusticae Denning und Aschheim finden kann. Abgerundet werden diese Informationen mit einem Text vom Mainzer Römisch-Germanischen Zentralmuseum, mit dem man die beiden rätischen Villa rusticae im großen Rahmen sehen kann: „Villa rusticae in der Provinz Raetien“. Für die in der Nähe Wohnenden sollte das alles doch genügend Hintergrund für einen kleinen Ausflug liefern, um sich die Lage mal vor Ort anzusehen.

Ich will jetzt noch etwas auf Vici.org und vergleichbare andere Websites eingehen. Man wird auf den Seiten für die einzelnen Orte bei Vici.org Verweise auf andere Websites finden und kann den Verweisen folgend dort ähnliche, überdeckende, auf andere Weise dargestellte Informationen finden. Vici.org und die anderen Websites führen jeweils selbständig ihre Daten und nummerieren ihre dargestellten Objekte selbst durch. Ein Beispiel: die Villa rustica Denning hat bei Vici.org die Nummer 8392 ( die „vici:id=8392“ ). Vici.org gibt auf dieser Webseite die Denkmalnummer im Bayerische Denkmal-Atlas „D-1-7835-0052“ an, weiter eine „wikidata:entity=Q1724488“ (die „Villa rustica of Denning“ wird bei Wikidata mit „Q1724488“ identifiziert) sowie einen Pelagios-Link, dessen automatische Auflösung bei mir nicht funktioniert. Sucht man dort bei Pelagios manuell nach Denning, kann man via dem Suchergebnis zu Denning beim „Digital Atlas of the Roman Empire“ und bei Pleiades gelangen.

Ein Einschub mit ein paar Sortierüberlegungen: Wie fasse ich meine 10 Fotos von einem Objekt zusammen, für das es nirgends einen Namen oder eine Nummer gibt? Ein Beispiel wäre ein Grabhügel aus einer Denkmal-Atlas-Grabhügelgruppe, und nur die weiträumig verteilte Grabhügelgruppe hat im Denkmal-Atlas eine Denkmalnummer. Wo notiere ich mir meine eventuell vorhandenen Geo-Koordinaten zum Grabhügel? Und mal angenommen, ich will Objekte immer von einer bestimmten Position und zu einer bestimmten Zeit aus fotografieren, wo notiere ich mir Zeit und Ort zum Objekt?

Also es ist in dem Fall naheliegend, seine Objekte selbst zu benennen und an diese Identifikatoren dann alle zusätzlichen Informationen zu hängen. Im privaten Bereich ist das normal. Aber wir sind ja viel Zeit mit dem Internet verbandelt, und da draußen kann es weitere Informationen zu meinen Objekten geben. Vici.org hat da was zur Römerschanze oder zu einer Villa rustica, die ich besucht habe. Der Bayerische Denkmal-Atlas hat etwas zur Grabhügelgruppe, zu der mein fotografierter Grabhügel gehört. Es ist also sinnvoll, analog Vici.org solche „entspricht“-Beziehungen festzuhalten. Der nächste Gedanke liegt den meisten ferner: ich kann meine Objektwelt ebenfalls in das Netz stellen. Vielleicht sind andere brennend an den besten Fotopositionen zu meinen Objekten interessiert. In dem Fall kann es durchaus eine Bereicherung für die Welt sein, wenn man als zusätzlicher Anbieter neben Vici.org und Co. auftritt.

Jedenfalls will ich nun meine Objektwelt mit eigenen Bezeichnern / Nummern und einfachen Beziehungen organisieren. Neben der „entspricht“-Beziehung bräuchte ich etwa eine „ist-Teil-von“-Beziehung, um meinen Grabhügel einer Grabhügelgruppe zuzuordnen und die Grabhügelgruppe dann wieder über eine „entspricht“-Beziehung auf die Denkmal-Atlas-Nummer verweisen zu lassen. Wie ich mir die Geo-Koordinaten und ähnliche weitere Informationen zum Objekt notiere, muss ich mir auch überlegen („hat-Geokoordinate“-Beziehung usf.). Es entstünde also eine richtige kleine Sprache für meine kleine Objektwelt, in der ich dann hoffentlich die mir wichtigen Sachverhalte alle ausdrücken kann.

Wenn die Sache mit meiner eigenen kleinen Objektwelt ausufert, gibt es dann Vorlagen im Hinblick auf die Sprache und auf den Umgang mit den Objektwelten? Ja, gibt es. Wenn man sich beispielsweise unten auf der Seite des „Digital Atlas of the Roman Empire“ die Daten zu Denning in den „serialization formats“ ansieht, dann gibt der Vorspann in den Dateien Objektwelten an, in denen dann die spezifischen Daten zu Denning eingehängt sind. Die Sprache ist RDF bzw. das einfacher lesbare Turtle. Mit dem vor dreieinhalb Jahren beschriebenen Semantic-Web-Kurs von OpenHPI sollte man mit den Dateiinhalten klar kommen. Der Kurs hat sich über die Jahre etwas verändert und wird im November 2017 unter dem Titel „Semantic Web Technologies 2017“ angeboten. Aktuell schon beendete Versionen des Kurses sollten noch zugreifbar sein.

Vici.org ist als Einmannprojekt von René Voorburg entstanden. Wie ich ihn in dem unter „Über Vici.org“ verlinkten Vortragsvideo verstanden habe, hatte er für das Projekt durch seine berufliche Tätigkeit schon bestimmte Kenntnisse, andere hat er sich im Laufe des Projekts angeeignet. Das wird von ihm kurz angerissen. Größeren Raum nimmt ein, wie er sich seine Daten beschafft hat. Das sehr informative Vortragsvideo entstand im Rahmen der Veranstaltung „Wikidata trifft Archäologie“. Ich hatte im April 2013 darüber geschrieben. Die über das damals von mir erwähnte eine Video hinausgehenden weiteren Videos von den Vorträgen wurden wenige Monate später online gestellt.

Freitag, 25. November 2016

Achterlacke und Königseichen im Forstenrieder Park

Die Achterlacke (oder nach dem Schild vor Ort „8er-Lacke“) hatte ich schon 2011 in zugefrorenem Zustand im Blog. Die beiden damals gezeigten Bilder habe ich hier noch einmal eingefügt.

Achterlacke (8er-Lacke) im Forstenrieder Park
Achterlacke (8er-Lacke) im Forstenrieder Park
Achterlacke (8er-Lacke) im Forstenrieder Park

Die anderen Fotos entstanden vor ein paar Tagen. Die Aufnahmegründe war dieses Mal das zu einer Radtour einladende warme Wetter und ein frühes müdes Gefühl in den Oberschenkeln im Bereich U-Bahn-Haltestelle Fürstenried West. Ich bin dann noch via Maxhofstraße auf die Strecke Richtung Eichelgarten / Buchendorf gerollt und habe mich mit mir auf einer Sitzbank auf dieses Ausweichziel geeinigt.

Achterlacke (8er-Lacke) im Forstenrieder Park Achterlacke (8er-Lacke) im Forstenrieder Park

An der 8er-Lacke und bei den Königseichen gibt es ebenfalls Sitzbänke, sogar welche mit Tisch. Die kann man als Rastplatz einplanen. Bei den Königseichen können sich manche ganz gut von einer Eiche zur anderen treiben lassen und ewig Zeit mit denen verbringen. Ja, ich halte schöne alte Eichen auch für richtige Sehenswürdigkeiten. Ansonsten sind Achterlacke und Königseichen aber jetzt nicht so die Knaller. Aber alle bayerischen Königstreuen müssen hier natürlich einmal gewesen sein!

Königseichen im Forstenrieder Park
Königseichen im Forstenrieder Park

Wo sich die Achterlacke befindet kann man sich via diesem Link auf der Karte seiner Wahl ansehen. Auf der Karte sollte in geringer Entfernung südwestlich von der Lacke eine Lichtung erkennbar sein. Das ist die Lichtung an der die Königseichen stehen, die 1858 zu Ehren der Bayernkönige Ludwig I. und Max II. in Form der Anfangsbuchstaben der Königsnamen L und M gepflanzt wurden. Die Buchstaben sollen etwa 80 Meter groß und trotz zwischenzeitlicher Aufforstung noch heute aus der Luft erkennbar sein.

Königseichen im Forstenrieder Park
Königseichen im Forstenrieder Park
Königseichen im Forstenrieder Park

Die 8er-Lacke geht ebenfalls auf die Zeit des Königreichs Bayern zurück. Das Wasser für die Lacke kam über eine Leitung von der Isar. Die Wasserleitung soll trotz Baus der Garmischer Autobahn bis in die jüngste Vergangenheit funktioniert haben. Allerdings laut Wikipedia zuletzt mit über 90 % Verlust. „Daher war der Brunnen ab Sommer 2010 außer Funktion und die Achterlacke nur spärlich oder gar nicht mit Wasser gefüllt. Inzwischen (Stand Sommer 2014) sind Achterlacke und Brunnen wieder in Betrieb. Gegenüber findet sich ein Waldspielplatz.“ Irgendwie scheint man eine Möglichkeit gefunden zu haben, den Wasserfluss dauerhaft wiederzubeleben, also das Wasser läuft noch. Den Waldspielplatz hatte ich nicht im Kopf, sonst wäre ich auf der anderen Seite noch reingelaufen und hätte von dem auch ein Foto gemacht.

Sonntag, 20. November 2016

Hans Giffhorns Chachapoya-Hypothese in Telepolis

Beim nächtlichen lockeren Herumsurfen bin ich mal erst in einem Krieg zwischen griechischen Städten in der Wikipedia und später in Ausschnitten eines Karthager-Buchs in Google Books gelandet. Bei dem Städtekrieg haben die Wissenschaftlernden aus spärlichen Texthinweisen unsicher versucht die jeweiligen Verbündeten festzustellen. Es soll auch Stimmen geben, die den ganzen Krieg in Frage stellen. Aber ich denke, das mit den Textanalysen kann eine ganz vernünftige Arbeit sein. Was soll man machen, wenn man sonst nichts hat? Das Wissen wird hoffentlich vermehrt und ist vielleicht nach dem Auffinden neuer Texte oder bei der Interpretation von Ausgrabungenergebnissen enorm hilfreich.

Die Ausschnitte aus dem Karthager-Buch sah ich kritischer. Es gab Bezüge auf einen antiken Geschichtsschreiber, dem der Autor mal glaubte und mal nicht. Es gab Aussagen zu Zusammenhängen von Bevölkerung, Wirtschaft und Militär, deren Basis für mich nicht erkennbar wurde. Solche Aussagen sind im Zusammenhang mit den Ressourcenproblemen in den Punischen Kriegen ja heiß. Anläßlich der Karlsruher Karthager-Ausstellung 2004/2005 hatte ich in aktuell erschienenen Artikeln nichts dergleichen gelesen und es kam mir vor, als hätte das früher erschienene Buch und das damalige relativ weite Hinauslehnen hinsichtlich großer Zusammenhänge in den späteren Artikeln keinen Niederschlag gefunden. Der Autor schien nach kurzem Googeln auch mittlerweile als Professx andere Schwerpunkte zu haben.

Das waren meine damaligen, nächtlichen Eindrücke. Meine Probleme mit dem Buch können auch gut am ausschnittsweisen Lesen in Google Books und am schlechten Erinnern des früher über die Karthager Gelesenen gelegen haben. Aber nimmt man jetzt den schlechten Fall an, daß ein Autor oder eine Autorin sich wirklich mit einem größeren Denkgebäude aus aufeinander aufbauenden Bausteinen mit schlechten Wahrscheinlichkeiten aus dem Fenster gelehnt hat, man diese schlechten Einzelwahrscheinlichkeiten also auch noch miteinander multiplizieren muß, dann kommt hinten fast nur noch heiße Luft heraus.

Mit dieser Denkweise muß ich mich dann natürlich an den Thesen von Hans Giffhorn über die Chachapoyas stoßen, über die vor einer Woche eine dreiteilige Serie in Telepolis zuende ging ( Teil 1, Teil 2, Teil 3): „Eine Emigrantenflotte iberischer Kelten und Krieger von den Baleareninseln erreichte Amerika bereits im ersten Jahrhundert vor Christus, ist sich der frühere Göttinger Uni-Professor sicher. Die Einwanderer gingen schließlich in der bis heute rätselhaften Chachapoya-Kultur Perus auf.“ Es gibt auf diesem Weg vieles, für das es keine Belege gibt. Ob alles heiße Luft ist? Ich glaube schon, daß man in Richtung multiplizierte schlechte Wahrscheinlichkeiten denken darf. Aber natürlich würde ich mir auch wünschen, daß an dem wirklich vorhandenen Chachapoya-Rätsel gearbeitet und etwa vielleicht durch DNA-Proben ungestörter Chachapoya-Mumien deren Herkunft geklärt wird. Und vielleicht wird dann wirklich einmal gegen alle schlechten Wahrscheinlichkeiten ein Nachfahre iberischer Kelten oder von Kriegern von den Baleareninseln nachgewiesen.

Eine gute Story ist das mit der Emigrantenflotte auf jeden Fall. Irgendwie ist dieses Jahr eine Neuverfilmung von „Ben Hur“ ziemlich unbemerkt an mir vorüber gegangen. „The Eagle of the Ninth“ gäbe eigentlich mit dem Marsch in unbekannte Welten und zu unbekannten Kulturen einiges her, die zwei daran angelehnten neueren Verfilmungen, die ich gesehen habe, waren aber ziemlich verwechselbar umgesetzt. Also wenn schon Remake, dann vielleicht etwas in Richtung „Apocalypse Now“. Gaaanz kurz die uns allen schon sattsam bekannte Universalrömerwelt. Dann ein schneller Walkürenritt durch ein Römerlager. Und dann ganz lang und phantasievoll umgesetzt die Emigrantenflotte auf dem Weg zum Chachapoya-Werden.

Montag, 24. Oktober 2016

Eichelgarten-Fotos

Das schöne Wetter gestern wollten wir nutzen, um uns den Eichelgarten im Forstenrieder Park in Herbstfärbung anzusehen. Mit dem Besuch waren gleich zwei Zeitsprünge möglich: der Eichelgarten steht für eine wesentlich größere Fläche, die hier vor wenigen hundert Jahren als Hutewald (als Weide genutzter Wald, Waldweide) genutzt wurde. Und zum Eichelgarten hin gelaufen sind wir wieder auf einem Teilstück der ehemaligen Römerstraße Salzburg-Augsburg. Und nimmt man noch die Möglichkeit hinzu, daß Kringel wie die an dem toten Eichenstamm in Bild 4 mal als Inspiration für vorzeitliche Schmuckkreationen gedient haben, dann sind im Eichelgarten noch ganz andere Zeitsprungdimensionen möglich.

Eichelgarten Forstenrieder Park
Eichelgarten Forstenrieder Park
Eichelgarten Forstenrieder Park
Eichelgarten Forstenrieder Park
Eichelgarten Forstenrieder Park
Eichelgarten Forstenrieder Park
Eichelgarten Forstenrieder Park

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Social Media Abend in Hamburg, Studioausstellung der ältesten Münchnerin

In einem Blog-Eintrag hatte ich Anfang des Jahres auf einen Social Media Abend in Hamburg hingewiesen. Der war laut „Storify #Ausgegraben mit Podcast und Blogbeiträgen“ ein voller Erfolg: „Dem Aufruf folgten ungefähr 50 Twitterer, Instagramer sowie Blogger“. Nun wird am nächsten Montag wieder so ein Abend angeboten: #EisZeitenHH: Social Media Abend zur Doppelausstellung „EisZeiten“.

Gestern habe ich mal wieder einen Blick auf die Website der Archäologischen Staatssammlung geworfen. Zwar ist dort schon einige Zeit die Ausstellung „wegen Sanierungsarbeiten bis 2020 geschlossen“. Aber wir bewegen uns auf das Jahresende zu, und vielleicht tut sich in Sachen Bernstorf was. Nein, nichts über Bernstorf. Aber via den links unten hingequetschten Menüpunkten unter „Startseite Archäologie in München“ die Information, daß die Archäologische Staatssammlung mit der Studioausstellung „Die älteste Münchnerin. Zur Grabung im Apothekenhof 2014 – und andere Funde“ im Charlottengang der Münchner Residenz zu Gast und derzeit Residenzwoche ist. „Die Ausstellung wird bis Ende 2016 zu sehen sein, während der Residenzwoche finden in der Ausstellung Themenführungen statt.“ Fotos von der ältesten Münchnerin gibt es noch beim BR. Infos über den Charlottengang bei der Freidenkerin.

Sonntag, 9. Oktober 2016

Die großen griechischen Mythen bei Arte

Kaum hatte ich gestern darüber geschrieben, daß die Archäologie / Geschichte-Kurse gegenüber den Computerkursen den Vorteil haben, daß sie mit weniger Übungen und Infrastruktur auskommen, und dadurch aus den Universitäten rausgerutschte Vorlesungsvideos fast schon so gut wie ein MOOC sind, da schaue ich in den Fernseher und stelle fest, daß derzeit bei Arte eine Serie über die großen griechischen Mythen läuft.

Aktuell ist auf der von mir verlinkten Arte-Webseite noch der weiterführende Link zum „Interview mit François Busnel, dem Autor der Dokureihe“ zu finden. François Busnel sagt in dem Interview: „Die Dokureihe erzählt die Mythen so, wie sie die Griechen im 5. Jahrhundert v. Chr. überlieferten. Im Laufe der Zeit wurden sie nämlich von den Römern, der christlichen Kirche, den Künstlern aus Renaissance und Klassizistischem Barock, den Psychoanalytikern und den Hollywoodstudios verfälscht, um sie den eigenen Interessen dienlich zu machen.“ Und weiter: „Gilbert Sinoué und ich gingen beim Schreiben der Dokureihe von den griechischen Texten aus. Diese stammen aus der Zeit zwischen dem 8. Jahrhundert v. Chr. und dem 3. Jahrhundert n. Chr., von Homer, Hesiod, Pindar oder Diodor.“

Das klingt ja schon ganz gut. Und wurde sicher treffender in Bilder umgesetzt, als es den Universitäten bei ihren Vorlesungsvideos möglich ist. Die Mythen-Serie ist in 20 Folgen unterteilt. Davon werden wöchentlich jeweils zwei ausgestrahlt. Gestern lief die dritte und die vierte Folge. Wenn man auf der Überblicksseite oben die „+7 Mediathek“ anklickt und nach „Mythen“ sucht findet man aktuell die Langversionen dieser beiden Folgen. Die ersten beiden Folgen sind nicht mehr zugreifbar. Ich vermute das läuft jetzt in dieser Weise die nächsten Wochen so weiter. Vielleicht gibt es später Wiederholungen, die dann auch wieder in die Mediathek kommen? Und wenn man nun wirklich etwas ganz verpasst hat, dann kann man auch mal bei Youtube nachsuchen, ob man etwas Brauchbares über die griechischen Mythen findet.

Samstag, 8. Oktober 2016

Herbst-MOOCs

In diesen Wochen starten wieder einige MOOCs. Ein paar Coursera-Beispiele: „Roman Art and Archaeology“ hat am Montag begonnen. „Magic in the Middle Ages“ startet am 24. Oktober. „Introduction to Ancient Egypt and Its Civilization“ am 31. Oktober. „Osteoarchaeology: The Truth in Our Bones“ am 4. November. Ein paar MOOCs sind neu, aber in der Mehrzahl werden alte Kurse wiederholt. Futurelearn trat früher nicht so in Erscheinung, hat aber schnell eine größere Zahl von Kursen angesammelt und scheint ganz gut mit dem Schema der schnellen Wiederholungen zurecht zu kommen. Manches, was einen vor ein paar Monaten interessiert hätte, startet dort gerade wieder. Und bei edX und Coursera sind die Inhalte manch alter Kurse zugreifbar und können „Self Paced“ durchgearbeitet werden.

Mittlerweile ist diese Form der Online-Kurse unter der Bezeichnung MOOC (Massive Open Online Course) allgemein bekannt. Zumindest im Bildungsbereich hat man mittlerweile auch eine Vorstellung von den bis über die 100000 gehenden Teilnehmerzahlen von MOOCs. Aber mittlerweile hat Coursera ja gerade die extrem teilnehmerstarken MOOCs aus dem Computerbereich in Teilkurse von Specializations mit mehreren schnell wiederholten Kursen umorganisiert. Also selbst da wird es schwieriger, die namensgebenden massiven Teilnehmerzahlen auf einmal zu erreichen. Mal sehen wie sich die Bezeichnung MOOC hält. Für die Specializations insgesamt dürften die durchgeschleusten Zahlen immer noch sehr imposant sein. Und im Grunde genommen sind diese Zahlen wegen dem gegenüber den Einzelkursen umfangreicher vermittelten Stoff sogar noch gewichtiger.

Ich hatte in einem frühen Eintrag zum Thema zurückhaltend „Online-Kurse“ als Überschrift verwendet, habe dort allerdings auch in den letzten Abschnitten auf ein breiteres Spektrum als die MOOC-Anbieter hingewiesen. Man möge dieses breitere Spektrum auch weiter berücksichtigen. Im Computerbereich ist es ganz normal, neben den MOOCs eine Vielfalt von weiteren Anbietern zu haben. Von Fachvorträgen die online gestellt werden über Schulen wo man online Programmiersprachen lernen kann bis zu kleinen Youtube-Erklärvideos. Da ist es eigentlich komisch, daß im Bereich Archäologie/Geschichte dauernd Informationen verschwinden und das anscheinend niemand stört. Das Denkmalamt liefert weiter an die Zeitungen, das wird vielleicht gelesen und wandert dann zum Altpapier. Die Abendschau berichtet vom neuen Limes-Wachturm und das wird dann irgendwann wieder depubliziert. Man hat zumindest bei den Archäologie/Geschichte-Online-Kursen den Vorteil, daß man mit weniger Übungen und Infrastruktur auskommt. Manchmal rutscht aus den Universitäten eine Vorlesung in Form von Videos raus, das ist dann fast schon so gut wie ein MOOC.

Der seinerzeit in den „Online-Kursen“ erwähnte Semantic-Web-Kurs startet übrigens in überarbeiteter Form ebenfalls wieder. Titel ist „Linked Data Engineering“, es geht am 17. Oktober los, Referent ist wieder Harald Sack.

Zum Schluß noch Links mit München-Bezug: Im Rahmen der alpha-Campus-Reihe entstand ein knapp halbstündiges Video mit dem Althistoriker Christian Meier unter dem Titel „Beginnt Europas Geschichte mit den alten Griechen, Herr Meier?“. Das Interview wurde im Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke aufgenommen. Ich empfehle sich das Interview mal anzuhören. Das Abguss-Museum hatte ich schon in „Bilder vom Kunstareal-Fest 2015“ empfohlen, was ich hier gerne wiederhole. Eine Gelegenheit für den Besuch böte die 18. Lange Nacht der Münchner Museen am nächsten Samstag. Da gibt es im Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke noch die „Antike und moderne Ringerkunst im Vergleich“ als Zugabe.

„Die Römer in Perlach – Einweihung dreier neuer Informationstafeln“ - ich hatte das letzten Sonntag ganz kurz vor der Einweihung mitbekommen. Die Informationstafeln sollten nicht weit von der schon von mir besuchten Keltenschanze auf dem Friedhof in München-Perlach zu finden sein.

Freitag, 30. September 2016

Maya-Ausstellung beginnt am Sonntag in Speyer

Ab Sonntag kann man sich im „Historischen Museum der Pfalz Speyer“ die Ausstellung „Maya - Das Rätsel der Königsstädte“ ansehen.

Vermutlich werden die meisten von uns höchstens den Namen eines Maya-Experten kennen: den des aus zahlreichen Fernsehdokumentationen bekannten Prof. Dr. Nicolai Grube. Laut Pressetext des Museums ist das Ausstellungskonzept, „das auf rund 1.000 Quadratmetern sowohl neueste wissenschaftliche Erkenntnisse als auch rund 250 hochkarätige Exponate präsentiert“, in enger, mehrjähriger Zusammenarbeit mit ihm entstanden. Wenn Nicolai Grube dann noch als sehr informatives Aushängeschild in den Medien dient - hier im heutigen SWR Forum, dann verdoppelt das doch glatt den Appetit auf die Ausstellung. Diese Dreiviertelstunde SWR Forum sollte man sich auf jeden Fall anhören. Hier noch ein weiterer, kürzerer Hinweis des SWR auf die Ausstellung.

Ein paar Vorzüge Speyers hatte ich schon mal anläßlich einer nur von außen besichtigten Amazonen-Ausstellung erwähnt. Das Projekt Einstig beschreibt ausführlich weitere besuchenswerte Sehenswürdigkeiten in Speyer. Sie sind ebenfalls Speyer-Fans: „Wir verließen Speyer mit der Gewissheit, einen tollen Tag verbracht zu haben.“ Der Eintrittspreis in die Maya-Ausstellung ist aber für normalzahlende Erwachsene mit 14,50 € etwas hoch. Grad wo ich es doch in meinem Speyer-Text mit günstigen Preisen hatte. Mal sehen ob es mit dem eigenen Besuch etwas wird - ich tendiere dazu rein zu wollen - und dann mecker ich hier entweder rum oder finde den Preis ok.

Sonntag, 25. September 2016

Wandernde Zinnfigurenlegion, zurzeit in Osterburken

„Wir sind Legion“ - ok ok, Regensburg war mal Legionsstandort, dann mögen die Regensburger gern auch Legion sein. Ich glaube ich habe Hinweise auf diese Ausstellung in Regensburg gesehen, aber nicht weitergeklickt.

Nun bin ich im „Modellversium Online Modellbau Magazin“ via Nachsehen, ob es da den Limes-Eigenbau von Lars und Sven Modrzik noch gibt (diesen Limes-Eigenbau hatte ich 2009 mal erwähnt), auf einen von Gertrud und Wolfgang Hartung reich bebilderten dreiteiligen Bericht von dieser Regensburger Ausstellung gestoßen („Wir sind Legion“ Teil 1, Teil 2, Teil 3).

Diese Ausstellung ist etwas ganz Besonderes“ - ich zitiere Wolfgang Hartung inklusive seiner Texthervorhebung. „Bereits im ersten Raum zeigt ein Schaukasten die gewaltige Dimension einer Legion in Schlachtordnung, dargestellt mit ca. 5400 1:72er Zinnfiguren, alle sehr detailliert und historisch genau bemalt.“ usf. Also das war sicher eine sehr sehenswerte Ausstellung in Regensburg, die aber Anfang dieses Jahres schon zuende gegangen ist.

Wer die Ausstellung verpasst hat, wer bislang wie ich nicht viel mitbekommen hatte von dieser Ausstellung: dahinter steht ein Projekt, näheres dazu auf der Website von Thomas Kurtz. Den „Referenzen“ auf der Website kann man entnehmen, wo Ausstellungsstücke des Projektes derzeit zu sehen sind oder wo sie noch zu sehen sein werden. Die Zinnfigurenlegion sollte noch bis zum 30.10. in Osterburken stationiert sein.

Dienstag, 6. September 2016

Neues vom Karlsgraben (Fossa Carolina)

Der Karlsgraben bezeichnet einen zur Zeit Karls des Großen gebauten Kanal zwischen der Schwäbischen Rezat und der Altmühl, um die Flusssysteme von Rhein und Donau miteinander zu verbinden. Bis Ende 2018 läuft ein sechsjähriges Forschungsprojekt, das die letzten Jahre für Meldungen gesorgt hat. Nun berichtete man vom „Nachweis des nördlichsten Teils des Karlsgrabens“. Und der Bayerische Rundfunk hat dazu einen sehenswerten dreiminütigen Film von der Grabung gedreht.

Man hat jetzt archäologisch nachgewiesen, daß der Kanal weiter in den Norden ausgeschachtet war, als man sich das früher gedacht hat, nämlich bis unmittelbar an den Bachlauf der Rezat. Außerdem hat man nun eine Vorstellung, wie dieser Kanalteil ausgesehen hat. Der deutlich schlechtere Ausbau des Kanals unmittelbar an der Rezat lässt allerdings noch Interpretationsspielräume offen, ob der Kanal früher einmal wirklich seinen Dienst erfüllt hat. Man wird in den nächsten Jahren weiter mit interessanten Ergebnissen rechnen dürfen.

Karlsgraben (Fossa Carolina)

Wer statt dem Mittelalter meinen Zeitbereich „graue Vorzeit bis Spätantike“ bevorzugt: die kurze Besichtigung der im Bild gezeigten Kanalreste beim Ort Graben bei Treuchtlingen kann man sehr gut mit dem Besuch von Weißenburg verbinden.

Meinen verlinkten Weißenburg-Eintrag habe ich seinerzeit mit zwei Zeitungsartikeln eingeleitet, die heute nicht mehr zugreifbar sind. Das brachte zwar aktuelle Informationen zur Situation in Weißenburg, aber nun hängen meine „Römer-Touristen“ in der Luft. Diese Bezeichnung stammt aus den Artikeln. Damals als ich den Eintrag schrieb gab es noch kein Leistungsschutzrecht für Presseverleger, mittlerweile schon. Ich überlege mir, nach und nach die alten Presseverweise verschwinden zu lassen.

Die Tage kam die Meldung: „EU-Kommissar Oettinger will EU-Leistungsschutzrecht bis Ende 2017“. „Der Kreativsektor ist für mich eine Priorität“ soll Günther Oettinger gesagt haben. Wo die Prioritäten selbst angesichts der schlechten wirtschaftlichen Situation vieler Autoren liegen, kann man derzeit bei der Verteilung der Kopiervergütung beobachten: „Sind die Autoren so reich, dass sie ihr Geld verschenken können?“.

Freitag, 26. August 2016

Graben in Sulzfeld im Grabfeld?

Vor 10 Tagen gab es im Bayerischen Rundfunk einen kurzen Filmbericht über ein Neubaugebiet in einem Ortsteil der Gemeinde Sulzfeld im Grabfeld mit umfangreich entdeckten Bodendenkmälern, zeitlich beginnend mit einer Siedlung aus der Jungsteinzeit. Auf das Video kann man aktuell noch zugreifen (wenn die BR-Beiträge dann mal „depubliziert“ werden, nehme ich die unterlegten Links raus).

Ich zitiere aus dem BR-Bericht: „Für Archäologen eine kleine Sensation. Für den Bürgermeister eine große Katastrophe. Das Gelände professionell zu sondieren würde etwa eine halbe Million Euro kosten. Zu teuer für die kleine Gemeinde. Doch Not macht ja bekanntlich erfinderisch.“ Und dann das Angebot des Bürgermeisters Jürgen Heusinger an Hobbyarchäologen, gegen Kost und Logis als Ausgräber tätig zu werden.

Falls Jürgen Heusinger das „sagen darf“. Durfte er wohl nach Ansicht des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege nicht. In einer auf einen Tag später datierten BR-Webseite wurde neben obigem Video ein über weite Strecken gleicher Radiobeitrag eingebunden, in dem zusätzlich noch die Behördensicht enthalten ist, nach der die Ausgrabung auf jeden Fall durch Profis durchgeführt werden muss. Im Text auf der Webseite ist nur noch von der Einladung Jürgen Heusingers an Universitäten zu lesen, die Ausgrabung zu organisieren und durchzuführen.

Wie die Sache auch ausgeht, etwas mehr Transparenz wäre generell nicht schlecht. In meinen Bloggerjahren bin ich darauf gestoßen, daß früher bayerische Vereine graben durften und das nun nicht mehr dürfen. Warum jetzt ein Vereinsausflug zum Ausgraben in Sulzfeld nicht mehr geht, weiß ich nicht. Ich kenne keine in das Netz gestellte Diskussion zwischen Vereinen und Behörde. Im letzten Eintrag habe ich die Tour mit den Limes-Cicerones erwähnt. Zu der Zeit gab es eine Notgrabung, bei der ein paar Limes-Cicerones zum Scherbenwaschen eingesetzt wurden. Und von 1-Euro-Jobbern und von Ehrenamtlichen auf Ausgrabungen habe ich auch schon gehört. Ich hatte auch mal 2009 etwas über ein Ausgrabungsurlaub-Angebot im Blog und jetzt nachgesehen. Der Link zum Anbieter funktioniert immer noch und man hätte auch in diesem Jahr wieder eine Ausgrabung buchen können. Also warum dürfen in Sulzfeld keine Laien unter fachlicher Anleitung graben? Es mag ja für alles vernünftige Gründe geben. Aber wie gesagt, etwas mehr Transparenz wäre auf jeden Fall nicht schlecht.

Sonntag, 14. August 2016

Der Ipf bei Bopfingen

Der Ipf ist ein schöner und markanter Berg sehr nahe bei Bopfingen. Ich habe ihn zum ersten Mal nach dem Abschluß von Wanderungen mit den Limes-Cicerones in natura gesehen. Ich bin vom Hotel in Aalen noch zum Limesmuseum gelaufen und habe mir die „Archäologischen Denkmäler in Baden-Württemberg“ gekauft - mit einem Foto des Ipfs auf dem Titelbild. Am Bahnhof hatte ich immer noch genügend Zeit bis zum gebuchten IC auf der Strecke Ulm - Augsburg - München. Nach Aalen war ich über Ulm gefahren. Zurück wollte ich dann über das Nördlinger Ries nach Augsburg. Und in Bopfingen schaue ich aus dem Zug heraus und da ist ja der Ipf! Also die gute Nachricht für alle Münchner, die bislang vom Ipf noch wenig gehört haben: er ist ziemlich gut von München aus erreichbar. Tagestour per Bahn ginge. Und er liegt auch sehr nahe an der bayerischen Grenzen, falls das Bayern-Ticket-Strategen etwas hilft.

Auf dem Ipf wurden Überreste verschiedener vorgeschichtlicher Wallanlagen gefunden. „Verkauft“ wird er uns nun als frühkeltischer Fürstensitz. Da soll der Ipf als Machtzentrum auch nachweisbar seine beste Zeit gehabt haben - alternative Machtzentren im/am Nördlinger Ries wurden bis dahin heruntergefahren. Es gab auf dem Ipf aber auch viele Hinterlassenschaften der spätbronzezeitlichen Urnenfelderkultur. Also wir haben den ganz spannenden Fall, daß sich ein Ort von der Bronzezeit in die frühe Eisenzeit / Zeit der frühen keltischen Kultur weiterentwickelt hat.

Wie die Rolle als Fürstensitz konkret ausgesehen hat, ist unbekannt. Der Begriff „Fürstensitz“ wird dann auch mal als „forschungsgeschichtlich geprägten Terminus technicus“ definiert. Im vorliegenden Fall hat man durch Funde von attischen Scherben - Keramikimporten aus dem antiken Griechenland - im Bereich der „Oberburg“ auf dem Ipf den Hinweis auf relativen Reichtum und kann den auch auf dem Ipf lokalisieren. Man konnte auch Nahrungsmittelreste analysieren und fand u.a., daß man es sich vermutlich leisten konnte Jungtiere auf den Ipf bringen zu lassen und sie dort nicht selbst heranzuziehen.

Wer sich weiter vertiefen will, möge mal via „site:academia.edu ipf“ suchen. Manche der wissenschaftlichen Artikel wurden hochgeladen und sind als pdfs zugreifbar. Es gibt auch touristisch angelegte offizielle Webseiten. Die, die ich gesehen habe, sind wie meist für solche Websites üblich hinsichtlich der zu uns durchgepumpten Information der Wikipedia hoffnungslos unterlegen. Die wissenschaftlichen Artikel sind wiederum zum Teil wesentlich detaillierter und umfangreicher als der Wikipedia-Artikel zum Ipf (siehe etwa der zugreifbare Artikel „Zur Genese und Entwicklung des frühkeltischen Fürstensitzes auf dem Ipf bei Bopfingen (Ostalbkreis, Baden-Württemberg) und seines Umlandes im Nördlinger Ries“).

Ich möchte betonen, daß wir den hochladenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sehr dankbar sein können. Dieses Zurverfügungstellen hat sich leider noch nicht als Regelfall etabliert! Allerdings sind diese Artikel an andere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gerichtet. Also man hat Schwierigkeiten, sich anhand der Artikel dann im Gelände zurecht zu finden, wenn man wirklich mal nach Bopfingen fahren und auf den Ipf marschieren will. Die mögliche Phantasie, die man entwickeln könnte - Geschirr für ein Symposion auf dem Ipf, bestimmte nachgewiesene Getreidesorten - da könnte man sich vielleicht in Bopfingen mit passend belegten Dinkelbroten und einem Fläschchen Wein ausrüsten - da ist auf den offiziellen Seiten nichts da, was so etwas unterfüttern könnte. Aber Ressourcen um eine Keltenmauer mit Betonkern und ein Keltenhaus mit Betonboden hinzustellen, die hat man gehabt. Irgendwas fehlt da dazwischen.

Zu den Videos: auf das erste Video „Kelten in Bopfingen - KurzGeschichte#30“ bin ich vor zwei Wochen gestoßen. Dieses sehr gut gemachte Video gab mir den Anstoß mal wieder nach dem Ipf zu sehen und diesen Eintrag zu machen. Das Video zeigt die erwähnte 2014 entstandene Keltenmauer und berichtet außer vom Ipf auch aus der Innenperspektive vom Kelten-Reenactment am Ipf. Dieses Kelten-Reenactment fand hier im Blog schon mittelbar über den nachgemachten Keltenschuh Hans Trauners in „Kelten-April-April bei Arte und ZDF?“ Erwähnung. Zum Vergleich der Ipf pur von Stephan Gröschler im zweiten Video. Man beachte den Link in den Informationen zum Video zu Fotos vom und Informationen über den Ipf. Schließlich noch ein Video der Musikgruppe Red Fang. Als ich vorgestern an diesem Eintrag zu tippen anfing habe ich nebenher auch ein paar Musikgruppen des diesjährigen Theatron-MusikSommers gesichtet. Wegen vorgerücktem Alter sagen mir die Namen der Gruppen alle nichts und ich habe drei davon per Youtube angespielt. Das dritte Video lief komplett und danach hat Youtube automatisch auf das Video von Red Fang weitergeschaltet. Die kannte ich vorher auch nicht. Spielen leider nicht im Theatron, musikalisch lägen die mir. Hatten Mittelalter-Reenactment drin. Und nachdem ich auch den Ipf unverhofft zur Ansicht vorgeführt bekommen habe, mußte ich das Reenactment wohl so verstehen, daß ich das Video hier auch aufnehmen soll.

Donnerstag, 11. August 2016

Der Schutt muß weg

Vorgestern ist bei DRadio Wissen ein Interview mit dem Archäologie-Professor Raimund Karl unter dem Titel: „Überfüllte Ausgrabungs-Depots - Der Schutt muss weg“ erschienen. Der verlinkte Text gibt Auszüge aus dem Interview wieder. Zum Hören des Interviews muß man „HÖREN“ auf der Webseite anklicken. „Der Schutt muss weg“ meint Raimund Karl und schlägt stattdessen vor, einfach nicht mehr alles mitzunehmen, für die Wissenschaft wertlose Fundstücke an Schulen zu geben oder zu verkaufen.

Wer mehr von Professor Raimund Karl lesen hören und sehen will: Hiltibold hat ein sehr interessantes Interview mit Raimund Karl geführt und in zwei Teilen veröffentlicht: „Sondengehen und Bürgerforschung, Ärgernis oder Chance? - Ein Interview mit dem Archäologen Raimund Karl (Teil 1)“ und „Sondengehen und Bürgerforschung, Ärgernis oder Chance? - Ein Interview mit dem Archäologen Raimund Karl (Teil 2)“. Zu beiden Interviewteilen gab es mehrere Kommentare, die man sich bei Interesse auch ansehen möge.

Von Hiltibold stammt zudem ein Hinweis auf „Zwei kritische DGUF-Vorträge des Archäologen Raimund Karl“, die man sich als etwa 15- und etwa 23minütige Videos ansehen kann.

Dienstag, 2. August 2016

Römer- und Keltenfeste in Möckenlohe, Kelheim und Eining

An den nächsten beiden Wochenenden werden in Möckenlohe, Kelheim und Eining zwei Römerfeste und ein Keltenfest angeboten.

Das „Römische Erntefest an der Villa Rustica in Möckenlohe“ findet am 6. und 7. August 2016 statt. Wir hatten die Villa Rustica Möckenlohe mit dem Kastell Pfünz kombiniert. Näheres zum Römischen Erntefest auf der Website der Römervilla Möckenlohe.

Das „10. Keltenfest im Archäologischen Museum der Stadt Kelheim“ findet am 7. August 2016 statt. Das Archäologische Museum der Stadt Kelheim besichtigten wir zusammen mit den damals noch im Museumsgarten vorhandenen Skulpturen der Ausstellung „Kelten - Kunst - Kelheim“, mit dem Michelsberg und der Befreiungshalle, der Nachbildung eines Tores des Oppidums Alkimoennis bei der Gronsdorfer Schleuse und noch ein paar weiteren Stationen des Archäologieparks Altmühltal. Das Programm des „10. Keltenfest im Archäologischen Museum der Stadt Kelheim“ am nächsten Sonntag kann man sich auf der Website des Naturparks Altmühltal ansehen.

Eining, zur Römerzeit Abusina, haben wir mal mit Oberstimm, dem Osttor des Oppidum Manchings und dem kelten römer museum manching kombiniert. In Eining war ich auch mal nach einem Besuch des Klosters Weltenburg und dem Frauenberg oberhalb des Klosters Weltenburg. Weltenburg soll sich wiederum durch eine Donauüberfahrt mit dem eben genannten Oppidum Alkimoennis kombinieren lassen, habe ich aber noch nicht ausprobiert.

Das Römerfest „Salve Abusina“ findet vom 13.-15. August 2016 statt, näheres dazu hier.

Freitag, 15. Juli 2016

Bernstorf

Bei Bernstorf, Teil der Gemeinde Kranzberg, in der Nähe von Freising, wurde eine große bronzezeitliche Befestigung nachgewiesen. Daß sich hier eine Befestigung befand, wurde schon 1904 entdeckt, dennoch wurde später ein großer Teil des Geländes durch Kiesabbau zerstört. Zur großen bronzezeitlichen Befestigung erhoffte man sich in den Ausgrabungen auch eine große bronzezeitliche Siedlung, die sich aber bislang nicht nachweisen ließ. Unter Fälschungsverdacht stehen die einzigartigen Gold- und Bernsteinfunde, die auf dem Gelände gemacht wurden. In ihrer Einzigartigkeit würden sie Aussagen über die damalige Kultur und über deren Verbindungen erlauben, für die es bislang keine andere vergleichbare Grundlage gibt.

Illustriert wurde dies in der schon mehrfach im Fernsehen gezeigten zweiteilige Terra-X-Dokumentationsreihe „Die Bernsteinstraße“. Basierend auf den Fundstücken von Bernstorf finden sich auf der ZDF-Webseite zu dieser Dokumentationsreihe Sätze wie: „Bernstorf nördlich von München war einer der Knotenpunkte auf der Bernsteinstraße. Hier fand ein Hobbyarchäologe Gold aus Ägypten und Bernstein von der Ostseeküste.“ Oder über das Bernstorfer „Bernsteingesicht“: „Der Bernstein zeigt das Antlitz der berühmten, in Mykene gefundenen, sogenannten "Goldmaske des Agamemnon" “.

Aber an der bronzezeitlichen Bearbeitung von Gold und Bernstein bestehen große Zweifel. Die Gründe wurden schon früher mehrfach dargelegt, siehe dazu mein Eintrag „Bernstorf: Fälschungsverdacht besteht weiter“ vom letzten Dezember. Der darin verlinkte, relativ ausführliche BR-Beitrag ist noch zugreifbar. Gestern gab es einen neuen, etwa fünfminütige Film zum Thema, dieses Mal im Rahmen des BR-Magazins Quer: „Schatz oder Schummelei? Streit um Goldfund in Kranzberg“. Die Schummelei steht hier stärker im Raum als in einer zweiminütigen Sendung vom 29. April 2016, in dem Rüdiger Krause länger zu Wort kommt und auch den Gedanken an Bernstorf als mögliches bronzezeitliches Bindeglied im Bernsteinhandel zwischen Ostsee und Mittelmeer erwähnen kann: „Der Krimi geht weiter. Bronzezeit-Schatz von Bernstorf“

Wie schon in dem BR-Fernsehbeitrag vom letzten Dezember angesprochen, sind weitere Untersuchungen von Gold und Bernstein in Auftrag gegeben worden, deren Ergebnisse erst im Rahmen einer Publikation von Prof. Rüdiger Krause und Prof. Rupert Gebhard „voraussichtlich Ende 2016“ veröffentlicht werden sollen (siehe dazu auch meinen Eintrag vom Januar). Diese verzögerte Herausgabe der Ergebnisse ist natürlich nicht so toll für die wissenschaftliche Diskussion. Die interessierte Bevölkerung wird sich kaum adäquat informiert fühlen. Und schließlich geht es auch um viel Geld, das für den Ankauf der Funde ausgegeben wurde.

Das wirkt alles nicht so gut. Im Mai lieferten Süddeutsche Zeitung und Merkur dazu wenigstens einen passenden Hintergrund: offenbar aufgrund einer Aussage von Rüdiger Krause über die Goldprüfungsergebnisse titelte die Süddeutsche am 8. Mai 2016 „Echtheit der Bernstorf-Funde bewiesen“, der Merkur am 13.5.2016 „Nach 18 Jahren steht es fest: Bernstorfer Goldschatz ist echt“. Dem folgte am 17. Mai 2016 ein kurzer Bericht der Süddeutschen über einen in der Zeitschrift „Archäologie in Deutschland“ erschienenen Artikel von Prof. Ernst Pernicka, in dem Ernst Pernicka seine weiterhin bestehenden Zweifel am Gold darlegt und ein „in wissenschaftlichen Kreisen äußerst ungewöhnliches Vorgehen“ beklagt, wenn die Ergebnisse der Goldprüfung weder den Beteiligten noch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Und der Merkur ruderte am 26.5. mit dem Titel „Goldschatz von Bernstorf: Die Zweifel hören nicht auf“ ebenfalls unter Berufung auf den Pernicka-Artikel zurück.

Freitag, 3. Juni 2016

Am Welterbetag auf die Roseninsel?

Am nächsten Sonntag ist UNESCO-Welterbetag 2016. Von den auf der UNESCO-Website aufgelisteten Veranstaltungen passt ein guter Teil zu meinem bevorzugten Zeitspektrum Graue Vorzeit bis Spätantike: auf der Museumsinsel Berlin behandeln thematische Führungen und Vorträge Welterbeschätze der Staatlichen Museen zu Berlin „von Relikten aus dem versunkenen Troja, über Zeugnisse aus der altägyptischen Metropole Theben bis hin zu den Werkzeugen der Neandertaler“. Die Fossilienlagerstätte Grube Messel, die „uns das Fenster in eine Zeit“ öffnet, „als die Säugetiere begannen, die Welt zu erobern“, lädt zu einem Interaktiven Zeitreisen-Quizspiel. Rund um die Welterbestätte Obergermanisch-Raetischer Limes finden am Welterbetag zahlreiche Führungen und Aktionen statt.

Trier bietet Führungen zu sieben Bauwerken an, die zum UNESCO-Welterbe gehören. „Erstmalig wird es nach aufwendigen Restaurierungsarbeiten auch wieder Führungen an der Igeler Säule und zu den Barbarathermen geben.“ Wer mit der Igeler Säule nichts anfangen kann, sollte dem unterlegten Link folgen. Es ist schon sehr bemerkenswert, daß so etwas noch erhalten geblieben ist. Ich glaube mich daran zu erinnern, daß Dr. Frank Stefan Becker die Igeler Säule in seinem Roman „Der Abend des Adlers“ verarbeitet hat.

Nun zur Roseninsel im Starnberger See. Das Angebot ist wirklich ein Knaller. Vor allem hat man sich wirklich etwas einfallen lassen. „Seien Sie am Bildschirm live dabei, wenn die Unterwasserarchäologen abtauchen und Ihnen die Geheimnisse der Unterwasserwelt im Flachwasserbereich rund um die Roseninsel zeigen.“ Dazu gibt es einen „Welterbe-Rundgang“ mit Info- und Mitmachstationen, Vorträge und geführte Bootstouren um die Insel. Toll! Ungünstig ist die Wettervorhersage: Schauer und Gewitter. Aber man kann ja hoffen. Gestern war auch Regen angesagt und ich bin trotz passend bewölktem Himmel eine halbe Stunde in einer zu warmen Regenjacke äußerlich trocken nach Hause gelaufen. Naja, und heute gings mit der leichteren Jacke fünf Minuten durch Gewitterregen und das habe ich auch überlebt.

Mittwoch, 18. Mai 2016

Internationaler Museumstag 2016

Ein kurzer Hinweis auf den Internationalen Museumstag am nächsten Sonntag, dem 22. Mai 2016. Wer Glück hat findet auf der Museumstag-Website in seiner Nähe sehr interessante Angebote.

Aus den Angeboten hebe ich hier mal das Völkersbacher Heimatmuseum heraus, denn dort ist am Sonntag mein Cousin in Sachen „Faszination Holz“ aktiv.

Das Fachwerkhaus, in dem sich das Museum befindet, wurde von der Gemeinde in sehr renovierungsbedürftigen Zustand übernommen und von Mitgliedern des Heimatvereins Völkersbach in über 6 Jahren kontinuierlicher ehrenamtlicher Arbeit vereint mit vielen finanziell und materiell unterstützenden Begleitern unter Verwendung ausschließlich historischer Baumaterialien renoviert.

Samstag, 7. Mai 2016

Ein Göbekli-Tepe-Blog

Wer mit dem Stichwort „Göbekli Tepe“ etwas anfangen kann, dem kommen vermutlich meterhohe T-förmige Steinpfeiler in den Sinn, irgendwo in der Türkei, irgendwas über 10000 Jahre alt. Und mitbekommen hat man das vermutlich schon vor längerer Zeit. Ging uns jedenfalls so. Göbekli Tepe war für uns schon 2007 ein Begriff, als ich mit Bruder und Schwägerin die Karlsruher Ausstellung „Vor 12 000 Jahren in Anatolien - Die ältesten Monumente der Menschheit“ besuchte. Passend zu dieser Erinnerung ist auf der Website der Terra-X-Doku „Jenseits von Eden - Der Jahrtausendfund - Kultstätte in Ostanatolien“ das Jahr 2004 angegeben. Beim ZDF habe ich diese sehenswerte Doku jetzt nicht mehr gefunden, aber das Einstellen auf Youtube scheint man zu tolerieren. Und für aktualisierten Basiskenntnisse über die Verhältnisse vor Ort kann man die Wikipedia bemühen.

Göbekli Tepe scheint also vor 10 Jahren eine bessere Konjunktur gehabt zu haben. Jedenfalls gab es bei mir irgendwann einen Filmriss, eine weiße Fläche, nur irgendwann unterbrochen durch Meldungen vom Tod des Göbekli-Tepe-Ausgräbers Klaus Schmidt. Aber sie graben dort immer noch! Via Jens Notroff bin ich auf den Blog „The Tepe Telegrams - Breaking News from the Göbekli Tepe Research Staff“ gestoßen. Auf der Website sind Jens Notroff und Oliver Dietrich als „Correspondents“ genannt und an die beiden will ich nun in Sachen Göbekli Tepe übergeben. Nicht ohne sicherheitshalber auch auf die Academia.edu-Accounts von Oliver Dietrich und Jens Notroff zu verweisen - mancher Blog führt ja nur ein kurzes reges Leben. Und das „Göbekligate“-Interview erwähne ich hier auch noch: „Göbekligate! Ein verschwörerisches Interview mit Jens Notroff“.

Anläßlich der Münchner Kykladen-Ausstellung hatte ich die Opulenz der Karlsruher Ausstellungen gepriesen. Nun fand ich in einem Nachruf auf Klaus Schmidt in der Berliner Zeitung die Aussage, daß Göbekli Tepe „mit der Ausstellung in der Karlsruher Kunsthalle 2007“ „international berühmt wurde“. Kunsthalle stimmt nicht, die liegt 10 Fußminuten vom Badischen Landesmuseum im Karlsruher Schloss entfernt. Aber wenn das mit der internationalen Bedeutung der Karlsruher Ausstellung stimmt, dann ist das natürlich toll. Und da verweise ich gerne auf die Ausstellung „Ramses - Göttlicher Herrscher am Nil“, die am 17.12.2016 im Badischen Landesmuseum beginnen soll.

Die Karlsruher Ausstellung fand vor meiner Blogger-Zeit statt - keine Notizen, keine Fotos vom Schloss. Travelwriticus Andreas Susana war mir in solchen Fällen schon eine große Hilfe. In „Hannibal ad Portas - Macht und Reichtum Karthagos“ und in „Römer, Christen, Alamannen - Die Spätantike am Oberrhein“ war ich auch und konnte mich mit seiner Hilfe an schon Vergessenes erinnern. Seine Serie ging zwar bis zur „Schönheit im alten Ägypten“, aber dazwischen hat er eine Göbekli-Tepe-Lücke. Dann suchen wir etwas weiter und finden glücklichweise noch bei Spectrum.de einen Ausstellungsbericht: „Jungsteinzeit: Evolution und Revolution“

Freitag, 22. April 2016

Brillenschaftag am 1. Mai in der Burg Grünwald

Am 1. Mai 2016 findet in der Burg Grünwald ein Brillenschaftag statt.

Burg Grünwald

Das Burgmuseum Grünwald ist ein Zweigmuseum der Münchner Archäologischen Staatssammlung. Auf deren Website finde ich zu der Veranstaltung aktuell folgende Stichtworte: 3. Brillenschaftag - Schafe, Lämmer, Frühlingsmarkt. Von 11.00 bis 16.30 Uhr. Stündlich moderierte Schafschur, Kräuter, Stauden, Keramik, Filzworkshop, Wein, Würste, Kaffee und Kuchen im Burghof. "Rosenheimer Schafbauernmusi" mit Harfe, Tuba und Steirischer. Eintritt: Kinder frei, Erw. 2 €

Burg Grünwald

Die Burg Grünwald liegt nahe verschiedener Auto- und sehr attraktiver Radverkehrsstränge, die an schönen Tagen von zahlreichen Ausflüglern genutzt werden. Da klingt doch der Brillenschaftag nach einem ganz interessanten Angebot für alle, die für den 1. Mai noch einen Abstecher oder ein komplettes Ausflugsziel suchen.

Donnerstag, 21. April 2016

Kelten-April-April bei Arte und ZDF?

Am letzten Samstag zeigte Arte eine dreiteilige Terra-X-Serie über „Die Kelten“. Am letzten Sonntag war der erste Teil dieser Serie im ZDF zu sehen. Am 24. April und am 1. Mai folgen im ZDF die nächsten Teile. Online kann man auf die Serie bei Arte (Suche via „Kelten Arte“) noch bis 23.4. zugreifen. Außerdem gibt Arte Wiederholungstermine im Mai an. Die Arte-Version empfiehlt sich, weil sie ein paar Minuten länger als die ZDF-Version ist.

Eine englische BBC-Version ist schon letztes Jahr gelaufen und Terra X hatte letztes Jahr ein paar Bilder der deutschen Version auf Facebook eingestellt. Beides soll zu einiger Kritik geführt haben. Woraufhin László Matthias Simon-Nanko für seinen Blog „Archäologische Phantastereien - Den Fakten auf der Spur“ zwei Experten der „living History“ befragte, die sich an der Diskussion zu den bei Facebook eingestellten Bildern beteiligt hatten. Die Gespräche hat er in zwei Einträgen unter dem Titel „Terra X und die Authentizität: Des Kelten neue Kleider“ veröffentlicht. Teil 1 enthält das Gespräch mit Hans Trauner vom Naturhistorischen Museum Nürnberg, Teil 2 das mit Christian Havenith.

Die Vorwürfe sind schwerwiegend, ich zitiere mal den ersten Satz von Hans Trauner auf die Frage László Matthias Simon-Nankos was ihn bzw. andere Reenacter an den Bildern besonders gestört hat: „Die tatsächlich völlige Abwesenheit auch nur eines einzigen historisch richtigen oder angenäherten Details“. Ähnliche Vorwürfe gab es in den letzten Jahren immer wieder. Siehe die „Universallegionäre“ in meinem ersten Blogjahr 2009. Da scheint also keine Trendwende in Sicht zu sein.

Den ersten Teil der Serie habe ich angesehen und fand die Spielszenen generell nicht so toll. Unterhalb der feindlichen Mauern im Kreis herumreitende und das Schwert schwingende Keltendarsteller. Andere die derweil mit der Carnyx herumtröten. Brennus kam für mich nie als Führungsfigur rüber. Die Schlacht an der Allia mit einigen 10 herumkämpfenden Römer- und Keltendarstellern. Das alles kann so offensichtlich damals nicht so gewesen sein, daß man schon eine absichtliche Verfremdung vermuten darf? Ein Film-Brennus, den man absichtlich möglichst nicht mit dem richtigen Brennus gleichsetzen sollte? Aber dann hätten die in die Spielszenen eingeschnittene Experteninterviews tragender sein müssen, die sich teilweise auf Schlagwortsätze mit dünner Information beschränkten? Und dazu für Kelten-Neulinge kaum nachvollziehbare Sprünge von der Heuneburg mit den relativ neuen Schmuckfunden aus dem „Fürstinnengrab“ zum Hochdorfer Grabhügel und „Keltenfürsten“-Skelett und dazu ab und zu die Stele vom Glauberg. Aber wenn man das alles groß und breit erklärt hätte, dann hätte die Zeit nicht gereicht und die vielen Details hätte sich auch niemand merken können.

Also was soll's? Muss man den Anspruch nicht tiefer legen und ist es nicht sogar gut, wenn man statt die korrektere Kleidung zu recherchieren lieber Geld gespart hat? Muß man bei dieser Bewertung nicht auch das Umfeld miteinbeziehen? Das Keltenschuh-Foto von Harald Trauner etwa in den „Archäologischen Phantastereien“. Auf welcher Vorlage beruht der Schuh, auf welcher Vorlage die Textilie am Bein? Wenn es sich um eine Ausgrabung handelt, ist die online recherchierbar? Mal als Beispiel die in „Archäologiepark Altmühltal“ erwähnten schönen Fotos inklusive Luftaufnahmen von den Ausgrabungen beim Bau des Main-Donau-Kanals in den Jahren 1976 bis 1991. Hätte man die nicht freigeben und das Internet damit fluten können? Vielleicht gab es ja bei den Ausgrabungen Schuh- und Textilienfunde und zusammen mit den besser in die Köpfe gebrachten Bildern hätten örtliche Läden vielleicht Produkte im Stil „Altmühltal frühe Bronzezeit“ oder „Altmühltal 300 v.Chr.“ anbieten können? Passt demgegenüber das Keltenschuh-Foto von Harald Trauner ohne Angaben zur Vorlage nicht genau zu dem kritisierten Problem, daß Kelten in den Filmen völlig undifferenziert durch Zeit und Ort rübergebracht werden?

Samstag, 19. März 2016

MOOCs, Online-Kurse

Letzten Dienstag begann bei edX der MOOC „The Meaning of Rome: The Renaissance and Baroque City“. Zeitlich passt der Kurs jetzt nicht so zu meinen Grenzen Graue Vorzeit bis Spätantike. Aber wenn man sich in Rom jede Menge Antikes angesehen hat, wird man sich auch Auszeiten in Renaissance und Barock gönnen dürfen. Passend für eine Vorbereitung auf die große Rom-Reise gibt es bei edX auch Kurse über die „Italian Language and Culture“. Ich verlinke auf die „Beginner“. Es gibt auch noch die Versionen „Intermediate“ und „Advanced“.

Anfang April beginnt bei edX der Kurs „Ancient Egyptian Civilization“: „Learn about the history, women, and architecture of ancient Egypt from the Library of Alexandria, Egypt's celebrated learning and cultural complex.“ Und im Juli beginnt „Hinduism Through Its Scriptures“: „Learn about the rich diversity of Hindu sacred texts – hymns, narratives, philosophical thought – and their interpretations.“

„Empire: the Controversies of British Imperialism“ – das Britische Imperium liegt auch außerhalb meiner Zeitgrenzen. Anderseits mag der Kurs zeitlose Erkenntnisse über Imperien vermitteln – wie werden sie zusammengehalten, wie werden sie regiert usf. Der Kurs wird von Futurelearn angeboten und startet am Montag.

Am 28. März, also eine Woche später, beginnt bei Coursera „Big History: Connecting Knowledge“. Der Kurs berücksichtigt u.a. mit „ZOOMING IN: The Big Bang“ und „ZOOMING IN: The Origin of life“ sogar ungewöhnlich umfassend meine untere Zeitgrenze. Was soll das? In der Wikipedia gibt es zur „Big History“ einen langen Artikel. Ich könnte mir gut vorstellen, daß manchen diese Darstellungsform liegt. Und für die wird der Kurs sicher eine Bereicherung sein, wenn er gut gemacht ist.

Schließlich noch ein Hinweis auf „Kunstgeschichte online – der Städel Kurs zur Moderne“. Der Kurs ist jetzt weit entfernt von Grauer Vorzeit bis Spätantike, sieht aber trotzdem sehr interessant aus. Und wenn der Kurs ein Erfolg wird, dann werden wieder andere bewegt etwas zu machen.

Denen kann dann schnell geholfen werden. Auf der gerade zu Ende gegangenen CeBIT 2016 gab es folgendes Angebot des Hasso-Plattner-Instituts: „Wer selbst schon einmal daran gedacht hat, seine Studenten, Mitarbeiter oder Kunden durch Onlinekurse weiterzubilden, kann an unserem Stand selbst ausprobieren, welche Möglichkeiten die HPI-Plattform "MOOC House" zur Verfügung stellt: Vor einer Green Wall können die Besucher mit laufender Kamera üben und erleben, wie unkompliziert sich die kurzen Lernvideos erstellen und bereitstellen lassen. Dabei sorgt das HPI dafür, dass die Nutzerdaten auf Servern in Deutschland bleiben.“

Samstag, 12. März 2016

Gewandetes Wandern 2016 von Schloss Nymphenburg zur Blutenburg

Auch in diesem Jahr soll es wieder am Ostermontag ein Gewandetes Wandern vom Nymphenburger Schloss zur Blutenburg geben. Ostermontag ist dieses Jahr am 28. März. Also es bleibt im Gegensatz zu meinem letztjährigen Hinweis noch genug Zeit, um den Termin einzuplanen. Die diesjährige Startuhrzeit sowie Fotos und ein Video von bisherigen Wanderungen entnehme man dieser Facebook-Seite.

Schloss Nymphenburg

Letztes Jahr hatte ich ganz kurzfristig etwas von der Wanderung mitbekommen und in „Herxheimer Hügelgräber und Nymphenburger Gewandete Wanderer“ darüber geschrieben. Zumindest für eine zusätzliche Zuschauerin konnten wir durch einen mündlichen Hinweis noch sorgen.

Magdalenenklause im Nymphenburger Schlosspark

Letztes Jahr waren meine Nymphenburg-Fotos durch „Ein Sommerschloss im Winter“ im Blog „Quizzy zeigt euch München“ inspiriert und entsprechend winterlich. Für den aktuellen Eintrag habe ich gesucht und Fotos vom 18.3.2012 gefunden, die geben vielleicht eine bessere Orientierung wie es in den nächsten Wochen im Park und im angrenzenden Botanischen Garten bei gutem Wetter aussieht.

Tulpe Early Harvest

Passend zum dem Bekleidungs-Thema gibt es bei Quizzy/Renate einen Eintrag über die mittlerweile beendete Jean-Paul-Gaultier-Ausstellung in der Münchner Kunsthalle: „Pariser Chic unterm weiß-blauen Himmel“.

Botanischer Garten München

Einleitend hatte ich letztes Jahr auch auf das Projekt „Einstig“ verlinkt. Dort steht aktuell sogar ein Fotoshooting an: „Wir bereiten uns auf das Steampunk-Fotoshooting vor - und das ist umfassender als am Anfang gedacht“. Dieses Steampunk-Fotoshooting soll am 19.03.2016 im Pfälzer Wald stattfinden. Wer sich unter Steampunk nichts vorstellen kann, werfe mal die Bildersuche nach dem Begriff an und lese den Blog-Eintrag. Für nahe Karlsruhe Wohnende („Aktivitäten sind alle im Umkreis (bis ca. 100 km) von Karlsruhe“) könnte ein Blick auf die „Kommenden Aktivitäten“ des Projekt „Einstig“ interessant sein („Im Forum für Aktivitäten ist jeder Willkommen, sich auszutauschen und an Treffen teilzunehmen“). Und die Steampunk-Fans müssen nach dem Fotoshooting mal wegen den Fotos wieder reinsehen.

Gewöhnliche Kuhschelle

Das Projekt Zeiteninsel, „Archäologisches Freilichtmuseum Marburger Land“, hatte ich 2012 und 2013 in kurzen Hinweisen verlinkt. Fünf Zeitstationen von der Mittelsteinzeit über die Jungsteinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit bis hin zur Römischen Kaiserzeit sollen sich schließlich ringförmig um eine zentrale Insel verteilen. Es sieht nach einem Erfolg dieses ambitionierten Projekts aus! Ich verlinke mal auf das „Das vorweihnachtliche Geschenk“. Da geht es um einen Bewilligungsbescheid des Landes Hessen über 4,78 Mio. Euro. Der zweite Link führt zu einem Besuchsbericht von der Ausstellung „Bärenkult und Schamanenzauber“, die derzeit im Archäologischen Museum Frankfurt angeboten wird.

Münchner Botanischer Garten

Seit mehr als fünf Jahren stellt Werner Lang immer wieder neue „News“ auf limeswanderweg.info ein. Sein aktuell letzter Eintrag enthält 20 sehenswerte Limesturm-Fotos. Auf meinen paar Touren mit den Limes-Cicerones habe ich zwar nur einen wesentlich kürzeren Teil des Limes als Werner Lang gesehen, kann aber seine Turmsammlung um die in meinem Limes-Cicerones-Eintrag an dritter und vierter Stelle gezeigten Türme ergänzen. Die beiden Türme 3 + 4 waren aber sicher nicht als ernsthafte Nachbildungen gedacht. Turm 1 hingegen war eine Rekonstruktion nach Stand der Erkenntnisse. In ihm sollen auch Steine des Orginalturmes verbaut worden sein und er soll richtig Geld gekostet haben. Turm 2 war nach wissenschaftlichem Stand immer schon falsch, man gewinnt aber zumindest eine Vorstellung von der Aussicht, die man von oben hatte. Der Turm ist, sofern ich mich richtig erinnere, günstig durch die Arbeit örtlicher Vereine erstellt worden. 1 + 2 müßten Turm 14 und 15 in der Sammlung von Werner Lang sein.

Große Kaskade im Nymphenburger Schlosspark

Mein Eintrag „Andere Welten oder andere Zeitschichten?“ ist in einer etwas verlängerten Zeit „zwischen den Jahren“ entstanden. Ich habe den Text immer wieder liegen gelassen. In der Zeit stieß ich via Hermines Mitleseblogs auf den Blog Lebenstage / Waldvierteltage und bin dort länger durch die Einträge der letzten Monate und Jahre gescrollt. Häufig mit dem Gedanken, mir diesen oder jenen Eintrag nochmal genauer anzusehen.

Dienstag, 1. März 2016

Dr. Christian Köllerers Notizen

„Dr. Christian Köllerers Notizen – Mehr als 2500 Wiener Notizen über Klassiker, Kulturelles und Reisen“ — wer den Blog noch nicht kennt, möge mal reinsehen. Bei der Durchsicht des sehr reichhaltigen, über viele Jahre entstandenen Angebots helfen „Kategorien“. Etwa aus der Perspektive meines Filters „graue Vorzeit bis Spätantike“ die Kategorien „Kategorie Antike (Geschichte)“ oder die „Kategorie Antike (Klassiker)“.

Zur Zeit ist Dr. Christian Köllerer auf einer Studienreise durch Mexiko, Guatemala und Honduras, von der er auf Twitter Kurznachrichten und auf seinem Facebook-Album Fotos einstellt. Und vielleicht gibt es von dieser Studienreise auch noch irgendwann einen Bericht wie etwa den von seiner Reise nach Peru und Bolivien: „Wo Jesus Meerschweinchen verspeist“.

Sonntag, 28. Februar 2016

Geschichts-Videokanal, Bernstorf, Hail Ceasar

Wer öfters hier vorbeischaut, wird gemerkt haben, daß ich MOOC-Fan bin und hier Werbung für MOOCs mache.

Ich glaube, wir können uns hinsichtlich der MOOCs schon als Teil eines Ganzen sehen: wer sich interessiert und teilnimmt, der sorgt für mehr Entwicklung beim Angebot. Steht man dagegen den MOOCs wie hierzulande aus unterschiedlichen Blickwinkeln kritisch gegenüber, ist sogar desinteressiert und uninformiert, selbst wenn es international schon Kurse mit riesigen Teilnehmerzahlen im eigenen Gebiet gibt, dann gibt es passend dazu auch ein geringes deutschsprachiges MOOC-Angebot. Annähernd praktikable Alternativen zu den MOOCs habe ich aber in den letzten Jahrzehnten vermisst. Ich habe hierzulande nicht mal Ansätze zu solchen Alternativen gesehen, obwohl der Gedanke vom „Lebenslangen Lernen“ für die meisten schon lange in der Praxis angekommen ist.

Nun spricht die große Zahl von Asylbewerbern für den Einsatz MOOCs, würde ich denken. Und man sollte angesichts der Not auch schnell etwas anbieten können. Ich war überrascht, als ich von einem MOOC-Angebot für ehrenamtliche Deutschlehrer hörte. Was??? Sooo schnell ging was??? Haben kritische Lern-Wissenschaftler doch gemacht und gekonnt und schnell einen korrekten Online-Kurs auf Basis einer Open-Source-Plattform hergezaubert? Nein. Des Rätsels Lösung: der Kurs läuft auf der etablierten Plattform von SAP. „Auch du kannst das. Deutsch für Asylbewerber. Ehrenamtlich.“ Die SAP-Plattform sieht ähnlich aus wie die openHPI-Plattform, also vermutlich werden die Erfahrungen geteilt worden sein. Einfache Kostenlos-Kursteilnehmer auf openHPI werden über die gelieferten Erfahrungswerte vielleicht mehr zu diesem Deutschlehrer-Kurs beigetragen haben als unsere MOOC-Kritiker.

Teil des spärlichen deutschsprachigen MOOC-Angebots ist seit einiger Zeit der MOOC „Orientierung Geschichte“ von Prof. Dr. Rainer Leng und Dr. Gabriele Wright auf iversity. Über die Online-Aktivitäten des Würzburger Professors Rainer Leng und seiner Studenten ist gerade ein Artikel auf Archäologie Online erschienen. Ich zitiere mal daraus: „Geschichtsprofessor Rainer Leng setzt Kurzfilme zum Thema Mittelalter um und teilt sie im Internet. Studierende recherchieren die Inhalte, schreiben die Drehbücher, texten und filmen und lernen so einiges über alternative Formate der Wissensvermittlung.“

Archäologie Online hatte ich vor ein paar Wochen schon im Zusammenhang mit den Bernstorfer Gold- und Bernsteinfunden verlinkt. Es ging um einen Beitrag von Alexander Binsteiner, zu dem es mittlerweile mehrere sehr interessante Kommentare gibt: einen von Kate Verkooijen, der im Text angesprochenen Bernstein-Expertin. Einer von Anton Hierhager, Mitglied des Gemeinderates der Gemeinde Kranzberg, und eine von Alexander Binsteiner mit dem Einverständnis von Prof. Dr. Ernst Pernicka eingestellte Email von Prof. Pernicka. Wem der Hintergrund zu den Kommentaren fehlt und wer gern Namen sammelt, dem sei die nun leider schon zwei Jahre alte aber immer noch sehr ergiebige Zusammenstellung von Dr. Heribert Illig empfohlen.

Abschließend noch der Hinweis auf Sarah E. Bonds „Hail, Caesar: A Classicist’s Movie Review“. Der Film ist zwar schon über eine Woche in unseren Kinos und das Star-Aufgebot hat für eine entsprechende Resonanz gesorgt, aber vielleicht hilft dieser Blickwinkel auf den Film doch noch jemand.